Köln: 17.–20.09.2020

#kindundjugend

Kind + Jugend fragt nach: Wohin gehen die Trends bei Umstandsmode?

02.07.2019

Wollwalkmantel von mamalila - © mamalila

Wollwalkmantel von mamalila - © mamalila

Umstandsmode ist ein wichtiger Aspekt für (werdende) Mütter: Komfortabel und funktional soll sie sein, aber trotzdem modisch. Auch auf der Kind + Jugend wird diesem Segment genügend Raum gegeben. Wohin gehen die Trends? Was erwarten die Kundinnen? Über diese und weitere Fragen haben wir mit Vicki Marx, Gründerin und Geschäftsführerin von mamalila, gesprochen.

Ihre 3-in-1-Jacke folgt dem „mamalila-Prinzip“. Was genau hat es damit auf sich und was hat Sie dazu inspiriert, diese Jacke zu gestalten?

Meine eigenen Kinder – und die Erfahrung als Tragemama und Outdoor-Fan - haben mich inspiriert: Ich habe meine Kinder gerne und viel getragen, hatte aber ein Problem, wenn es bei Wind und Wetter vor die Tür gehen sollte. Ich hatte nichts Passendes zum Drüberziehen, meine Jacken gingen nicht mehr zu. Also habe ich nach einer Lösung gesucht.

Die Idee: Die Jacke ist eigentlich eine ganz normale Funktionsjacke, die jedoch mit zwei Einsätzen geliefert wird. Diese können eingezippt werden und erweitern die Jacke im Handumdrehen zur Schwangerschafts- oder Babytragejacke, egal, ob das Baby auf dem Bauch oder Rücken getragen wird, und unabhängig davon, welches Tragesystem oder -tuch zum Einsatz kommt. Man hat also eine Jacke mit drei Einsatzmöglichkeiten.

Welche Prinzipien sind Ihnen als Unternehmen besonders wichtig?

Der Aspekt der Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle – allein das Konzept der Jacke an sich ist dafür ein gutes Beispiel, weil eine langlebige, vielseitige Jacke Ressourcen schont und weniger Müll produziert. Darüber hinaus achten wir auf hochwertige, natürliche und Bio-Materialien, vermeiden chemische Schadstoffe und reduzieren unsere Verpackungsmaterialien. Wir achten auf eine faire, haut- und umweltfreundliche Produktion und haben auch unseren CO2-Fußabdruck im Blick, sind kürzlich erst als klimaneutrales Unternehmen zertifiziert worden.

Ihr Unternehmen denkt über die reine Umstandsmode hinaus, so gibt es z.B. die Tragejacke auch für Väter. Sind noch weitere Produkte in der Planung?

Zunächst sind wir dem Thema Babytragen verschrieben und möchten es Eltern ermöglichen, mit ihrem Kind gut geschützt nach draußen zu gehen. Aus diesem Grund sind für uns Wetterjacken mit hoher Funktionalität wichtig. Hier werden wir unseren „Outdoor“-Anteil an Tragejacken weiter ausbauen – für jede Jahreszeit. Auch andere Produkte, die das Leben von Outdoor-Müttern leichter machen, sind in Planung – wie zum Beispiel ein passender Regenrock. Parallel soll zudem unser Sortiment an Jacken und Mänteln, die eher einem urbanen Stil folgen, erweitert werden.

Vicki Marx, Gründerin und Geschäftsführerin von mamalila - © mamalila

Vicki Marx, Gründerin und Geschäftsführerin von mamalila - © mamalila

Wohin gehen die Trends im Bereich „Umstandsmode“ allgemein? Was erwarten die Kundinnen?

Die reine Umstandsmode ist ein schwieriges Segment, und immer mehr Händler geben diesen Teil auf. Das liegt zu einem großen Teil daran, dass die Kunden „nur“ für die wenigen Monate nicht viel Geld ausgeben möchten, sich die nötigen Sachen im Billig-Textilbereich besorgen, deren Lebensdauer dann auch entsprechend kurz ist. Andererseits ist das Bedürfnis, sich in der Zeit der Schwangerschaft schön, aber auch bequem zu kleiden, hoch. Genauso hoch ist die Bedeutsamkeit einer umweltfreundlichen, gesundheitlich unbedenklichen Lebensweise. Dies widerspricht jedoch der billigen Fast-Fashion-Textilindustrie.

Da immer mehr Kundinnen ein großes Bedürfnis nach Nachhaltigkeit haben, sehe ich hier die größte Chance für Umstandsmode. Allerdings erwarten die Kundinnen auch, dass die Mode bezahlbar ist – und je länger Lebensdauer und Verwendbarkeit eines Produkts sind, desto mehr rentiert sich eine Investition. Daher sehe ich den Erfolg von umweltfreundlicher Schwangerschaftsmode nur in Verbindung mit nachhaltigen Konzepten, die eine über die Schwangerschaft hinausreichende Lebensdauer der Kleidung zum Ziel haben.

Wie haben sich Bewusstsein und Status der Thematik „Umstandsmode“ in den letzten Jahren gewandelt?

Ich glaube, junge, schwangere Frauen sind sehr selbstbewusst und genießen die Zeit ihrer Schwangerschaft. Eine modische, urbane, aber auch funktionale Schwangerschaftsmode wäre meine Vision dazu. Ein noch größerer Wandel hat sich bei dem für uns zentralen Thema Babytragen vollzogen, das längst die „alternative Schiene“ verlassen hat und in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Eine Babytrage gehört mittlerweile selbstverständlich zur Grundausstattung werdender Familien dazu – und das ist meiner Meinung nach auch absolut richtig und wichtig.

Was gefällt Ihnen an der Kind + Jugend und welche Vorteile bringt eine Teilnahme Ihrer Meinung nach mit sich?

Die Kind + Jugend ist unsere Leit- und Lieblingsmesse – mit gutem Hallenkonzept und einem interessanten, vor allem auch internationalen Publikum. Da müssen wir einfach dabei sein und uns zeigen. Wir kommen aber auch, um uns Inspiration zu holen und zu informieren. Man sieht immer viele alte Bekannte und neue Gesichter, führt anregende Gespräche und trifft auf echtes Interesse der Händler – insgesamt eine sehr runde Sache!